Juli 5, 2008 @ 12:02
Heilmittel gegen den Weltuntergang
Empfehlen kann ich nur die neue Zeit-Wissen Ausgabe Juni/Juli mit dem schwer wortspielenden Titel: “So wird Öko logisch”: Bio-Sprit, Öko-Obst, Grüner Strom - Was ist wirklich nachhaltig?
Der Artikel bringt es auf den Punkt: “Wasser sparen? Lässt die Kanalisation vergammeln. Energiesparlampen? Enthalten Quecksilber. Bäume pflanzen fürs Klima? Bringt nichts? Klar, dass wir als Verbraucher verunsichert sind. Soll man auf Ökotest hören oder doch lieber auf Ökoinstitut. “Kaum noch Werbung ohne Klimaschutz, Kohlendioxid oder Eisbären.” Also wirklich kein Wunder, dass sich viele verweigern.
Was denn nun mit gutem Gewissen einkaufen? Hilfe verspricht laut Zeit eine möglichst vollständige Produkt-Umweltbilanz (Cradle-to-Crave): vom Rohstoff bis zur Entsorgung, vom Treibhausgas über die Bodenbelastung bis zum Wasserverbrauch. Und damit der abschließende Rat: Unser guter Freund Internet hilf bei der Entscheidungsfindung und Infoportale wie utopia ivyworld und ecotopten geben Lösungsansätze. Der bekannte Autor & Berater Fred Grimm empfiehlt deshalb: “Besser 30% richtig als 100% falsch”. Der Rechercheauwand lohnt sich und zeigt Wege aus dem Ökodilemma! Etwas mehr konkrete Handlungstipps hätte ich mir zwar gewünscht, aber alles in allem ein guter Artikel.
Noch ein paar interessante Beispiele:
Finnische Studie: Das Hybridauto Toyota Prius führt zwar die Liste der umweltfreundlichsten Fahrzeuge mit 104 Gramm CO2 Belastung an, berücksichtig man aber Herstellung und Recycling, dann belegt es nur noch Platz 34. Den ersten Platz belegt übrigens der Citroen C1.
Eine niederländische Rose schadet dem Klima wie mindestens sechs kenianische Flugrosen.
Lammfleisch von britischen Bauern hat eine viermal schlechtere CO2-Bilanz als Lammfleisch aus Neuseeland, obwohl dieses 18.000 Km übers Meer geschifft wurde.
Salat und Tomaten aus Spanien haben im Winter eine bessere CO2-Bilanz als das Gemüse aus beheizten heimischen Gewächshäusern. Soll man also nun regionale Kreisläufe fördern (eat local!) oder das Klima schützen?
Die gesammte Menschheit mit Biofleisch ernähren? Der größere Platzbedarf für glückliche Tiere wäre eine ökologische Katastrophe.
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